Worms, 01.05.2016

Am Tag der Arbeit nahm die Arbeiterwohlfahrt der Nibelungenstadt mit einem Stand erneut teilAls Protest- und Gedenktag erinnert der Tag der Arbeit solidarisch an die amerikanischen Opfer des „Haymarket Riots“ sowie ihren Kampf um den Achtstundentag am 1. Mai 1886. Auch wenn der 1. Mai heute für die Errungenschaften der internationalen Arbeiterbewegung steht (oder nur als Feiertag wahrgenommen wird), ist unsere Gesellschaft sozialpolitisch weiterhin herausgefordert:

„Es gibt zu viele Menschen, die von ihrer Arbeit nicht leben können und ergänzend staatliche Leistungen beziehen müssen, obwohl sie sogar sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind“, zitiert Florian Helfert als stellvertretender AWO-Kreisvorsitzender Aussagen des AWO-Bundesvorsitzenden Wolfgang Stadler. „Zu viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben unsichere und prekäre Arbeitsplätze, sind befristet beschäftigt oder haben nur ein Leih-Arbeitsverhältnis“, so Helfert weiter. „Gute Arbeit“ solle nicht allein auf die Frage eines gerechten Lohns begrenzt werden. Sie müsse vielmehr auch Chancen zur beruflichen Weiterbildung und Weiterentwicklung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Mitbestimmung respektive Mitgestaltung am Arbeitsplatz beinhalten.

AWO & Gewerkschaften begrüßen sozialen Wohnungsbau

Als Standnachbarn zum Tag der Arbeit auf dem Wormser Marktplatz vereint - AWO und alevitische Gemeinde„Heute demonstrieren wir für mehr Solidarität – zwischen den Arbeitenden, den Generationen, Einheimischen und Flüchtlingen, Schwachen und Starken“, blickte Bernhard Elz als örtlicher DGB-Vorsitzender mahnend auf eine sich öffnende Schere zwischen Arm und Reich. „Die aktuelle Höhe des errungenen Mindestlohns kann nur der Anfang sein, denn Lebenskosten wie etwa Mieten steigen stetig“, pflichtete Oberbürgermeister Michael Kissel anschließend bei. In seinen Sprechstunden erlebe er auch deshalb immer wieder, wie dringend günstiger Wohnraum in Worms gesucht werde. „Unsere Einwohnerzahlen sind so groß wie noch nie zuvor“, bilanzierte Kissel im Einvernehmen mit den Gewerkschaften sowie der Arbeiterwohlfahrt die Notwendigkeit, den sozialen Wohnungsbau wieder aufzunehmen.