AWO-Kreisvorsitzender Timo Horst wiedergewählt / Gastredner Michael Kissel lobt AWO, Geschäftsführer der AWO Rheinland kritisiert mangelnde Armutsdebatte

Worms, 24.02.2018 Vorstand und Revision der Wormser Arbeiterwohlfahrt blicken gespannt auf die kommenden Jahre.

Timo Horst bleibt Vorsitzender der Arbeiterwohlfahrt in Worms. Die Kreiskonferenz wählte den 38-jährigen Lehrer einstimmig an die Spitze des Verbands. Als Stellvertreter wurden Maria Hilberg und Florian Helfert gewählt. Kassierer im Kreisverband bleibt Hans-Herbert Rolvien. Schriftführerin ist Trixi Kuklinski.

„Unsere AWO“, führte Michael Kissel in seinem Grußwort aus, „ist ein Spitzenverband der Wohlfahrt“. Auch vor Ort habe sie wichtige Lücken geschlossen, erinnerte er an den ersten Wormser Hort sowie an die seines Wissens erste Therapiestelle in der Lutherstadt für Lese-, Rechen- und Rechtschreibschwäche (LRS). Ergänzend erwähnte er das ebenso belebende wie leider bundesweit noch allzu seltene Konzept des AWO Altenzentrums Remeyerhof als Haus der Generationen mit angeschlossener Kita. Zudem lobte er gegen das Alleinsein im Alter sowohl die städtischen als auch die Seniorenbegegnungsstätten der AWO, deren Ortsvereine mit gelegentlichen Tagesausflügen älteren Mitmenschen ebenfalls eine Chance für sozialen Austausch böten.

Bundespolitisch mangelnde Armutsdebatte
Kritisch in Fragen der Bundespolitik hatte sich zuvor Andreas Zels, Geschäftsführer des Bezirksverbandes der AWO Rheinland, in seinem Grußwort geäußert: Zweieinhalb Millionen Kinder sind nach seinen Angaben in Deutschland armutsgefährdet – dabei verstehe er den Begriff gar nicht, denn entweder man sei arm oder nicht. „Wie viele sind denn nun arm“, bemängelte er eine generell mangelnde Armutsdebatte in Deutschland, bevor er sich der Situation des Wormser Kreisverbandes widmete.

Beide Wormser AWO Kitas in einer Hand
Ihm gegenüber zeigte er sich versöhnlicher und bezeichnete die AWO vor Ort als „gut aufgestellt“. Der Wormser Kreisverband habe sich systematisch hinterfragt und daraufhin begonnen, sich neu aufzustellen. „In der Folge haben wir als Bezirk gerne die AWOlino-Kita in der Gewerbeschulstraße übernommen“, legte Zels dar, so dass sich nun beide Kitas der Arbeiterwohlfahrt in Worms organisatorisch unter einer Trägerschaft wiederfinden. „Um unsere hauptamtlichen Dienste professionell neu aufzustellen“, berichtete Timo Horst vor seiner Wiederwahl, „haben wir mit Stefan Hess-Martin einen Geschäftsführer eingestellt und unsere hauptamtlichen Dienstleistungen zusammen mit der AWO in Alzey-Worms gebündelt“. Schon allein aufgrund zunehmender Rechtsvorschriften sei die Arbeiterwohlfahrt ehrenamtlich nicht mehr zu führen.

Gemeinsamer Kreisverband mit Alzey-Worms?
„Leider nehmen unsere Mitgliederzahlen ab“, bedauerte Horst, „so dass wir von ehemals sieben Ortsvereine auf fünf geschrumpft sind“. Auch werde es immer schwerer, Mitglieder für den Vorstand zu finden. „Nach der erfolgten Fusion unserer Dienste denken wir über einen gemeinsamen Kreisverband mit der Arbeiterwohlfahrt der Volkerstadt Alzey nach“, blickte Timo Horst abschließend auf eine offene und zusammen zu gestaltende Zukunft.

Bei den Wahlen sind in den Vorstand gewählt worden...
Timo Horst (Kreisvorsitzender), Maria Hilberg und Florian Helfert (beide Stellvertreter), Trixi Kuklinski (Schriftführerin), Hans-Herbert Rolvien (Kassierer), Edgar Andres, Peter Dämgen, Vadim Detler, Dieter Gleim, Brigitte Held, Walter Klingler, Dieter Ulrich sowie Pavel Zolotarev (alle Beisitzer).