201004 Diesterweg Horst GnaedigWorms, 11.04.2010

Hilde Seelbach-Reichertz, Timo Horst und Simone GnädigSprache in Schrift und Wort ist die wichtigste Kulturtechnik, die Kinder erlernen müssen. Sprachverständnis, Sprachbeherrschung und der kreative Umgang mit der Sprache, sind entscheidende Momente des zukünftigen sozialen, kulturellen und beruflichen Lebens. Schwächen erkennen und Stärken stärken.

Schätzungen zufolge haben zwischen fünf bis 20 Prozent aller Kinder eines Jahrgangs Lese Rechtschreib-Probleme. Wie hoch auch immer die Zahl ist, wichtig ist, dass den Kindern geholfen wird.

Dazu ist eine sorgfältige Analyse der Ursachen und Ausprägungen nötig. Ein entsprechendes Angebot bietet der AWO Kreisverband Worms-Stadt mittels einer LRS-Therapie. Ob eine Lerntherapie die geeignete Hilfe darstellt, wird vorab untersucht durch einen Rechtschreibtest. Dieser gibt Auskunft über die Art und Schwere der Rechtschreibschwäche. Danach kann gezielt gehandelt werden.

Eine wichtige Aufgabe der LRS-Therapie ist es, genau den Punkt zu finden, an dem die Lese-Rechtschreibentwicklung stehen bleibt. Die Dauer der Therapie wird individuell abgestimmt und hängt vom Schweregrad der Störung ab. „Solche Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten können bereits im Anfangsunterricht auftreten und sich in allen Fächern und Klassenstufen negativ auf den Lernerfolg auswirken", weiß Hilde Seelbach-Reichertz. Sie ist wie ihre Kollegin Yvonne Lembach Diplom-Psychologin und betreut das Lernangebot bei der AWO und in der Diesterwegschule.

Die schulischen Anforderungen sind für die betroffenen Kinder oft zu hoch. Sie sind häufig noch nicht in der Lage, grundlegende Inhalte von Sätzen zu verstehen. Beide Frauen kennen die sekundären Folgen einer LRS, die sich äußern können in Lernunlust bis hin zur Schulverweigerung, Verhaltensstörung und psychische Störungen, Misserfolgsorientierung und psychosomatische Erscheinungen sein.

„Mit integrativer Lerntherapie helfen wir Kindern und Jugendlichen, die Rechenschwäche zu überwinden", sagt Timo Horst Kreisvorsitzender des AWO Kreisverbandes. Die LRS-Therapie führt nicht nur die Verbesserung des Selbstwertgefühls und der Lernmotivation herbei, sondern gleichzeitig die Verbesserung der Lernvoraussetzungen.

Auch die Leiterin der Diesterweg-Hauptschule, Simone Gnädig, macht sich stark für das Angebot. Die Kleingruppentherapie in ihrer Schule umfasst maximal drei Kinder, die entsprechend ihrer individuellen Schwierigkeiten, Konzentrationsfähigkeit und Motivation zueinander passen. Einzeltherapien sind bei der AWO-Worms möglich.