Worms, 26.04.2010

Eingeladen von der Arbeiterwohlfahrt Worms-Mitte erörterte Heiner Boegler, Ortsvorsitzender des Sozialverbandes Deutschlands (SoVD), im Gerd-Lauber-Haus das Thema Armut in Worms.

Heiner Boegler erläuterte, dass eine abgeschlossene Ausbildung und gute Deutschkenntnisse weiterhin als Voraussetzungen für eine gut bezahlte Stelle gelten. Gleichzeitig stellte der Gastredner fest, dass die Zahl der Geringverdiener zugenommen habe. Kritisch beobachte er auch die Auswüchse der Leiharbeit sowie die Lohnfrage:

„Obwohl viele ordentlich ausgebildete Menschen Vollzeit arbeiten, benötigen sie vom Sozialstaat Lohn aufstockende Leistungen", so Boegler. In Worms gebe es rund 1.000 hiervon betroffene Personen und nicht umsonst eine kostenfreie Schulspeisung für Kinder aus benachteiligten Familien. „Lohnarmut führt zu Kinderarmut und mündet in Altersarmut", fasste Florian Helfert, ein Stellvertretender Vorsitzender der AWO, den Vortrag Boeglers zusammen. Um diesen Trend entgegenzuwirken, so Boegler im anschließenden Dialog, solle ein Mindestlohn eingeführt, die Leiharbeit eingedämmt und Bildung umfassender gefördert werden.

Am Freitag, den 30. April findet um 18 Uhr im Gerd-Lauber-Haus in der Brucknerstraße 3 der nächste „Treffpunkt AWO" statt. Die Leiterin des Bereiches 5 - Jugend, Soziales und Wohnen der Stadtverwaltung Worms, Frau Ripier-Kramer, wird über die Vielseitigkeit der kommunalen Sozialpolitik informieren.

Florian Helfert