Worms, 18.01.2012

Eingeladen in das Gerd-Lauber-Haus der Arbeiterwohlfahrt Worms erörterte der Abgeordnete Klaus Hagemann (SPD) die Frage „Europa in der Krise?".

Nach einem Grußwort durch den stellvertretenden Kreisvorsitzenden Florian Helfert erinnerte Hagemann an die rund 60 Millionen Toten des Zweiten Weltkrieges sowie an das Leid der Verschleppten, Verfolgten, Invaliden und Hinterbliebenen. Im Durchschnitt habe seit der Reformationszeit Martin Luthers bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs alle 25 Jahre allein zwischen Deutschland und Frankreich ein Krieg stattgefunden, vertiefte Hagemann seinen historischen Blickwinkel. „Unser heutiger Wohlstand beruht auf Frieden", pflichtete Heinrich Früauff als Wormser Ortsbeauftragter der Kriegsgräberfürsorge (VdK) bei.

Weiterhin gelte es zu berücksichtigen, dass sich die Vormacht Europas in zwei Weltkriegen erschöpft habe. Selbst das Gewicht der USA und der ehemaligen Sowjetunion nehme zugunsten stärker werdenden Wirtschaftszonen wie Brasilien, Indien oder China ab. Nach Angaben des Parlamentariers habe das Reich der Mitte die Bundesrepublik als Exportweltmeister derzeit sogar überholt.

Da Deutschland als Vize-Exportweltmeister weiterhin überwiegend innerhalb der Eurozone exportiere, stellte Hagemann für den heutigen Arbeitsmarkt im Anschluss fest: „Nur wenn es Europa gut geht, brummt auch die deutsche Wirtschaft!" Bei einer Rückkehr zu nationalen Währungen und Zöllen könnten hingegen 1,5 bis 3 Millionen Arbeitsplätze in Deutschland verloren gehen, konkretisierte der Abgeordnete warnend. Um ein Übergreifen der Krise auf die Bundesrepublik zu verhindern, werde deshalb für gefährdete Staaten wie Griechenland eine Art Marshallplan der EU benötigt, erinnerte Hagemann an die Hilfe der USA für Europa nach dem Zweiten Weltkrieg.

„Die europäischen Staaten können sich in einer globalisierten Welt nur mit einer gemeinsamen Außen-, Wirtschafts- und Finanzpolitik zukünftig erfolgreich entwickeln", bilanzierte Hagemann, um abschließend ein gesamteuropäisches Konzept für Wirtschaft und Arbeit zu fordern.

Florian Helfert