201201 neujahrstreffenWorms, 23.01.2012

Beim Neujahrstreffen der Arbeiterwohlfahrt Worms-Mitte zog Karl Kronauer als Vorsitzender im voll besetzten Gerd-Lauber-Haus eine positive Bilanz der Ortsvereinsarbeit Besonders hob er die Arbeit der Begegnungsstätte im Haus sowie den „Treffpunkt AWO" hervor. Der Treffpunkt AWO befasst sich mit den verschiedensten Themen, wie zum Beispiel rheinhessische Mundart oder Sicherheit im Straßenverkehr. Darüber hinaus werden interessante Filme wie zur Wormser Lederindustrie oder etwa zur Stadt Worms in den 50er Jahren gezeigt. Tagesfahrten und eine Mehrtagesfahrt gehören ebenfalls traditionell zum jährlichen Arbeitsprogramm des Ortsvereins. Auch für das neue Jahr wird bereits geplant und eine Fahrt ins Altmühltal ist schon fast ausgebucht.

Kulturbeauftragter Volker Gallé sorgte im Anschluss mit seinen rheinhessischen Liedern und Texten pointiert für Lacher. Zuvor widmete sich allerdings der Kreisverbandsvorsitzende Timo Horst in seiner Rede dem Thema „Rechtsterror - neue Herausforderung für Demokratie und gesellschaftliche Kräfte":

Anlässlich der „Döner-Morde" und der rechten Demo in Worms erinnerte Horst, dass Gewerkschaften, AWO und SPD ein besonderes Verhältnis zum rechten Terror haben: „Im Dritten Reich ist die Arbeiterbewegung auch in Rheinhessen verfolgt und im KZ Osthofen eingesperrt worden", mahnte Horst an. Zugleich warb er für einen Besuch in der nahe gelegenen Gedenkstätte KZ Osthofen.

Die Ideologie Hitlers und der Nationalsozialistischen Partei Deutschlands (NSDAP) sei in der Weimarer Republik unterschätzt worden. In ihrem erschreckenden Sog habe dann der Zweite Weltkrieg stattgefunden. Zynisch könne festgestellt werden, dass trotz der Schrecken und einer vernichtenden Kriegsniederlage der Nationalsozialismus überlebt habe - entgegen vieler Frauen und Kinder.

Und nun prüfe Rechtsradikalismus erneut die Leidensfähigkeit Deutschlands, denn Demokratie sowie Rechtsstaatlichkeit werde abgelehnt. Gewaltbereite Schlägergruppen wie bei den zehn „Döner-Morden" würden mitunter wohlwollend unterstützt. Gleichzeitig nehme die NPD an Wahlen teil und erhalte Steuergelder.

„Um Rechtsradikalen ihren Nährboden Unzufriedenheit entziehen zu können, müssen wir in Freizeit und Beruf gute Perspektiven schaffen," betonte Horst. Abschließend appellierte er, dass ein jeder gegen Vorurteile und Fremdenhass eintreten möge.

Danach folgte der unterhaltsame Teil des Neujahrstreffen: Mit Volker Gallé wartete der städtische Kulturkoordinator mit Liedern und Texten in rheinhessischer Mundart auf. Alle befassten sich mit Geschichten aus dem täglichen Leben in Rheinhessen. Volker Galllé ist in der Kreisstadt Alzey geboren und dort aufgewachsen., so dass er die rheinhessische Lebensart in seinen Texten und Liedern ausgezeichnet darzustellen vermochte. Für seinen Vortrag wurde er einem mit lang anhaltenden Beifall bedacht.

Abschließend ehrten Karl Kronauer und Timo Horst verdiente und langjährige Weggefährten der AWO für 25, 30 oder sogar 40 Jahre Mitgliedschaft: So wurden Edeltraud Reinhardt und Philipp Lahr für ihre 30jährige Mitgliedschaft und Dieter Bog, Klaus Busch sowie Heinz Spies für ihre 25jährige Mitgliedschaft geehrt. Gerda Englert und Hiltrud Hartenbach dankte Karl Kronauer für besonderes Engagement im Ortsverein. Der Ehrende Karl Kronauer wiederum durfte sich über eine 40jährige Mitgliedschaft freuen und wurde hierfür von Timo Horst geehrt.

Florian Helfert / Karl Kronauer