awo gegen rassismusWorms, 23.06.2012

AWO gegen Rassismus Mit dem „Magdeburger Appell" hat die Bundeskonferenz der Arbeiterwohlfahrt (AWO) vor exakt fünf Jahren beschlossen, gegen jede Form rechtsextremer Ideologie Position zu beziehen.

„Mit Sorge nehmen wir zur Kenntnis, dass rechtsextreme Vorurteile laut aktuellen Studien bis weit in die Mitte der Gesellschaft reichen", erläutert Timo Horst als Kreisvorsitzender der Wormser Arbeiterwohlfahrt. Gewaltbreite Rechtsradikale stützen sich auf diese Vorurteile und rechtfertigen ihre kriminellen Taten mit rechtslastigen Ressentiments, so Horst weiter.

Im Zusammenhang hiermit ist das Ergebnis einer systematischen Recherche des ARD-Politikmagazins „Report Mainz" besonders erschreckend, konkretisiert dessen Stellvertreter Florian Helfert: Im Durchschnitt gelte, dass in den vergangenen zehn Jahren pro Monat jeweils ein Funktionär der NPD entweder in einem Ermittlungsverfahren einer Straftat beschuldigt worden ist oder nachweisbar eine solche begangen hatte. Zu beachten ist, dass nur Ermittlungsverfahren, Strafbefehle und Urteile analysiert worden sind, über welche öffentlich in den Medien berichtet wurde und Propagandadelikte wie zum Beispiel der Hitlergruß unberücksichtigt blieben.

Die ARD-Journalisten des Report Mainz stellten fest, dass rund 35 Straftäter oder Beschuldigte einem NPD-Landes- beziehungsweise sogar dem Bundesvorstand - also obersten Parteigremien - angehören oder angehörten. „50 NPD-Mandatsträger beziehungsweise deren Mitarbeiter sind strafrechtlich auffällig geworden. An der Spitze der Straftaten rangiert eindeutig die Körperverletzung. Rund 70 dieser Fälle wurden ermittelt. Desweiteren tauchen in der Statistik Delikte wie Freiheitsberaubung, Waffen- und Sprengstoffbesitz, Raub und Erpressung auf", so Report Mainz abschließend.

Für die Arbeiterwohlfahrt steht auch aus diesem Grund fest, sich für demokratische Werte - Gleichheit, Freiheit und Gerechtigkeit - zu engagieren und Gesicht zu zeigen: Fremdenhass und hierauf aufbauende Gewalt sind in einem freiheitlichen Rechtsstaat fehl am Platz!

Florian Helfert