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Worms, 10.01.2013

Karl Kronauer und Hans-Joachim Rühl erhalten das Wormser Rotaach 2013

Mit der Verleihung des Wormser Rotaachs lenkt der SPD Innenstadtortsverein zu Beginn eines jeden Jahres den Fokus auf Personen oder Organisationen, die sich durch hohes persönliches Engagement (nicht nur) um die Wormser Innenstadt und ihre Menschen verdient gemacht haben. Als Zeichen der Anerkennung überreicht man den Preisträgern im Rahmen einer festlichen Verleihungsfeier dazu eine bunt geschuppte Plastik in Form eines Fisches (Rotauge), die von der Wormser Künstlerin Jutta Stieglitz individuell gestaltet und mit künstlerischen Anspielungen auf den jeweiligen Geehrten gespickt wird. Das Rotaach, einst von Stadtrat Uwe Gros ins Leben gerufen, ist so mittlerweile zu einer festen Tradition mit echtem Auszeichnungscharakter geworden, was auch ein Blick auf die verdienten Persönlichkeiten auf der Liste bisheriger Preisträger zeigt.

Das Wirken der beiden diesjährigen Preisträger in seiner Gänze auf dem Rotaach anzudeuten, dürfte schwergefallen sein: Mit Karl Kronauer und Hans-Joachim Rühl wurden in diesem Jahr zwei Männer ausgezeichnet, die ihr Leben sprichwörtlich in den Dienst ihrer Mitmenschen gestellt haben und durch die Fülle ihrer Aktivitäten in der ganzen Stadt bekannt und geachtet sind. Dies noch einmal herauszustellen, war an diesem Abend die Aufgabe der Laudatoren Friedel Lahr, der den Wormsern als Stadtführer bekannt ist, sowie dem Staatsminister aD Florian Gerster, die das lange Wirken von Kronauer und Rühl in ihren Vorträgen gebührend würdigten.

Der 1939 geborene gebürtige Herrnsheimer Karl Kronauer ist vielen Wormsern durch seine Aktivitäten in der Wormser SPD und der Arbeiterwohlfahrt ein Begriff. Für die Wormser Sozialdemokratie war er von 1972 bis 2001 als Parteisekretär tätig und prägte so die Strukturen und auch viele der heute handelnden Personen in der Partei entscheidend mit. Ab 1976 gestaltete er außerdem die Neuaufstellung des hiesigen AWO-Ortsvereins in diversen Vorstandsämtern bzw. zeitweise als Vorsitzender. Hier gelangen ihm der Aufbau zahlreicher neuer Ortsvereine in einigen Wormser Vororten und der Aufbau mehrerer AWO-Begegnungsstätten in Eigenleistung. Für jeden sichtbares Herzstück dieser Bemühungen ist das Gerd-Lauber-Haus in unmittelbarer Nähe zur FH. Dieses, früher der sozialistischen Jugend „Die Falken" als Heimstätte dienendes Areal, wurde von Karl Kronauer und seinen Mitstreitern seit Beginn der 1990er Jahre grundlegend umgestaltet, renoviert und in Schuss gehalten. Heute dient es als Mittelpunkt der AWO-Arbeit in Worms sowie als zentrale Begegnungsstätte. Seit Mitte der 1980er Jahre ist Kronauer zudem in dem selbst gegründeten Verein „Sozialdemokratische Bürgerinformation eV" aktiv daran beteiligt, den Wormser Bürgern durch die Organisation von Gruppenreisen die Welt und insbesondere ihre Partnerstädte näher zu bringen. Über 120 Reisen unter anderem nach Auxerre in Frankreich, Tiberias in Israel, Parma in Italien, aber auch mehrere Besuche der deutschen Partnerstadt Bautzen trugen dazu bei, die Freundschaft der jeweiligen Städte auch durch ihre Menschen mit Leben zu füllen.

Auch Hans-Joachim Rühl, der zweite Preisträger dieses Abends, steht mit seiner Person für die Förderung und Pflege der Freundschaft über Landesgrenzen hinweg. Der 1943 geborene Wormser Stadtrat wird für seine in Jahrzehnten erworbenen Verdienste für die Städtepartnerschaft zwischen dem italienische Parma und seiner Heimatstadt Worms ausgezeichnet. Rühl, der in den sechziger Jahren nach Maurerlehre und Abitur auf dem zweiten Bildungsweg am Dolmetscherinstitut in Germersheim zum Diplom Dolmetscher für Italienisch ausgebildet wurde, war bereits bei der Entstehung dieser Partnerschaft, die 1984 im Wormser Mozartsaal besiegelt wurde, die treibende Kraft auf Wormser Seite. Darüber hinaus konnte der frühere Betriebsrat der Deutschen Bahn durch seine 28- jährige Lehrtätigkeit an der Wormser Volkshochschule den Wormsern sogar die Sprache ihrer Partnerstadt näher bringen. Selbst die noch heute bestehende Möglichkeit, am Elo Italienisch als Fremdsprache zu erlernen, geht auf eine Initiative Rühls zurück.
Als Vorsitzender des Deutsch-Italienischen Freundschaftskreises Worms\Parma eV ist er noch heute federführend daran beteiligt, diese seit nun fast 30 Jahren bestehenden freundschaftlichen Beziehungen zu der italienischen Universitätsstadt aktiv zu gestalten.
Ortsvereinsvorsitzender Andreas Gölz, der an diesem Abend stellvertretend für den Vorstand gemeinsam mit dem frischgebackenen Generalsekretär der SPD Rheinland-Pfalz, Jens Guth, zudem mit Hiltrud Hartenbach, Stadtrat Uwe Gros und Hans Cziumplik gleich drei verdiente Mitglieder anlässlich ihrer 25- jährigen Parteimitgliedschaft ehren durfte, zeigte sich mit der Auswahl der Preisträger sehr zufrieden und rief die Wormser zugleich zu Vorschlägen für die nächsten Jahre auf: „Gerade die vielen jungen Gesichter, die sich bei der diesjährigen Rotaachverleihung unter die zahlreichen Gäste gemischt haben, zeigen mir, wie aktiv doch beide geehrten Personen Generationen übergreifend gewirkt haben und immer noch wirken! Ich freue mich, dass wir den beiden mit dieser Auszeichnung für ihre Lebensleistung einfach mal „Danke" sagen konnten.
Auch im nächsten Jahr möchten wir wieder diese traditionsreiche Auszeichnung durchführen und bitten schon jetzt die Wormser Bevölkerung, ihre Vorschläge, am besten mit einer kurzen Begründung, bei uns einzureichen.", so Andreas Gölz, der Vorsitzende der SPD Worms-Mitte abschließend.